ImmoZahl

Vergleich

Die Länder nebeneinander

Zwischen dem teuersten und dem günstigsten Bundesland liegt beim Mietniveau fast das Doppelte, beim Leerstand mehr als das Dreifache und bei der Grunderwerbsteuer beinahe ein Faktor zwei. Wer bundesweit sucht, findet hier die Ausgangslage.

Mietniveau

Mittelwert über die Gemeinden des Landes, gewichtet: die Miete nach der Zahl der Mietwohnungen, Leerstand, Eigentümerquote und Wohnungsgröße nach Einwohnern. Ohne Gewichtung wöge ein Dorf so viel wie München — der Landeswert wäre dann der Durchschnitt der Gemeinden, nicht der des Landes.

Leerstand

Unter drei Prozent gilt ein Markt als angespannt, über acht Prozent als überversorgt.

Eigentümerquote

Anteil der von Eigentümern selbst bewohnten Wohnungen. Wo sie niedrig ist, gibt es viele Mietwohnungen — und viele Kapitalanleger auf der Käuferseite.

Grunderwerbsteuer

Der einzige Wert in dieser Reihe, den die Politik unmittelbar festlegt — und der beim Kauf sofort zu zahlen ist.

Stand der Mietwerte

Erhoben hat sie der Zensus am 15. Mai 2022. Angezeigt werden sie auf heutigem Preisniveau — hier steht, mit welcher Annahme und welcher Rechnung.

Was die Zahlen nebeneinander zeigen

Die vier Kennzahlen hängen zusammen, aber nicht so, wie man vermuten würde. Ein hohes Mietniveau geht regelmäßig mit niedrigem Leerstand einher — beides folgt aus derselben Ursache, einer starken Nachfrage. Die Grunderwerbsteuer dagegen ist unabhängig davon: Sie ist eine politische Entscheidung des Landes und trifft teure wie günstige Regionen gleichermaßen.

Ein Landesmittelwert verdeckt große Unterschiede. In jedem Flächenland gibt es Gemeinden, die über dem Durchschnitt teurer Stadtstaaten liegen, und andere, die weit darunter bleiben. Für die Beurteilung eines Objekts ist deshalb die Standortanalyse der Gemeinde aussagekräftiger als jeder Ländervergleich.

Mietwerte, Leerstand, Eigentümerquote und Wohnungsgröße stammen aus dem Zensus 2022, Stichtag 15. Mai 2022. Die Mietwerte sind mit dem Verbraucherpreisindex für Nettokaltmieten auf das heutige Niveau fortgeschrieben — die Rechnung dazu steht oben aufklappbar unter den Diagrammen. Leerstand, Eigentümerquote und Wohnungsgröße stehen unverändert auf dem Stand von 2022. Die Grunderwerbsteuersätze sind tagesaktuell; jede Änderung steht mit Datum in der Ländertabelle. Alle Fundstellen auf der Quellenseite.

Häufige Fragen

In welchem Bundesland sind die Mieten am höchsten?

Am teuersten ist Hamburg mit 9,97 € je Quadratmeter Nettokaltmiete, am günstigsten Sachsen-Anhalt mit 5,85 € — zwischen beiden liegt der Faktor 1,7. Der Bundesdurchschnitt beträgt 7,90 €. Ein Landesmittelwert verdeckt allerdings große Unterschiede: In jedem Flächenland gibt es Gemeinden weit darüber und weit darunter.

Warum ist der Landesdurchschnitt gewichtet?

Weil sonst ein Dorf so viel wöge wie München. Gewichtet wird die Miete mit der Zahl der Mietwohnungen, Leerstand, Eigentümerquote und Wohnungsgröße mit den Einwohnern. Ohne Gewichtung wäre der Landeswert der Durchschnitt der Gemeinden, nicht der des Landes — und läge deutlich zu niedrig.

Wo ist die Grunderwerbsteuer am niedrigsten?

In Bayern mit 3,5 Prozent, am höchsten in Brandenburg, Nordrhein-Westfalen, Saarland und Schleswig-Holstein mit 6,5 Prozent. Der Regelsatz des § 11 GrEStG beträgt 3,5 Prozent; seit der Föderalismusreform 2006 dürfen die Länder nach Art. 105 Abs. 2a Satz 2 des Grundgesetzes davon abweichen. Anders als das Mietniveau folgt der Satz keiner Marktlage — er ist eine politische Entscheidung und trifft teure wie günstige Regionen gleichermaßen.

Wie aktuell sind die Zahlen im Ländervergleich?

Mietwerte, Leerstand, Eigentümerquote und Wohnungsgröße stammen aus dem Zensus 2022 mit Stichtag 15. Mai 2022. Die Mietwerte sind mit dem Verbraucherpreisindex für Nettokaltmieten auf September 2026 fortgeschrieben, bundeseinheitlich mit demselben Faktor; Leerstand und Eigentümerquote stehen unverändert auf dem Stand von 2022. Die Grunderwerbsteuersätze sind tagesaktuell.