50 — Rendite
Effektivzins und Angebote vergleichen
Der Sollzins steht groß im Angebot und taugt nicht zum Vergleich. Ein Disagio drückt ihn, eine jährliche Tilgungsverrechnung taucht darin gar nicht auf. Vergleichbar wird es erst, wenn beide Angebote denselben Zahlungsstrom durchlaufen.
vollständiges ErgebnisGünstiger
—— · Tragen Sie links beide Angebote ein.
Was das für Sie heißt
- Unterschied im Aufwand
- —
- Monatsrate A
- —Zins und Tilgung
- Monatsrate B
- —Zins und Tilgung
Beide Angebote nebeneinander
| Merkmal | Angebot A | Angebot B |
|---|
Wie der Effektivzins gerechnet wird
Gesucht ist der Zinssatz, bei dem der Barwert der Auszahlung dem Barwert aller Zahlungen entspricht, die Sie leisten — die Monatsraten über die Zinsbindung und die Restschuld am Ende. Das ist die Methode des § 16 PAngV.
Auszahlung = Σ Rate ÷ (1 + i)^Monat + Restschuld ÷ (1 + i)^n
Effektivzins = (1 + i)¹² − 1
Die Gleichung lässt sich nicht nach i auflösen; der Rechner nähert
sich ihr durch Halbieren des Intervalls an, bis sie auf sechs Stellen aufgeht.
Die Auszahlung ist der Nennbetrag abzüglich Disagio und einmaliger Kosten. Verzinst und getilgt wird trotzdem der volle Nennbetrag — deshalb hebt ein Disagio den Effektivzins, obwohl es den Sollzins senkt.
Die Tilgungsverrechnung steckt im Zahlungsstrom, nicht im Zinssatz. Bei jährlicher Verrechnung zahlen Sie monatlich, aber der Zins läuft bis zum Termin auf der Restschuld vom Jahresanfang. Ihre Tilgungsanteile liegen so lange zinslos.
Aufwand insgesamt sind Zinsen, Disagio und Einmalkosten. Die Tilgung fehlt darin bewusst: Sie ist kein Aufwand, sondern Vermögen, das von der einen auf die andere Seite Ihrer Bilanz wandert.
Warum der Sollzins in die Irre führt
Banken werben mit dem Sollzins, weil er die kleinere Zahl ist. Er beschreibt aber nur, was auf die Restschuld gerechnet wird — nicht, was das Darlehen kostet. Drei Dinge fallen darin unter den Tisch, und alle drei lassen sich gestalten.
Das Disagio ist der offensichtlichste Fall. Wer zwei Prozent Abschlag bei der Auszahlung hinnimmt, bekommt dafür einen niedrigeren Sollzins. Wirtschaftlich ist das vorausgezahlter Zins: Die Schuld beträgt weiterhin den vollen Nennbetrag, ausgezahlt wurde weniger. Der Effektivzins zieht beides zusammen.
Die Tilgungsverrechnung steht selten auf der ersten Seite. Wird die Tilgung erst zum Jahresende gutgeschrieben, läuft der Zins zwölf Monate lang auf der Restschuld vom Jahresanfang, obwohl Sie jeden Monat gezahlt haben. Am Zinssatz ändert das nichts, an der Restschuld am Ende der Bindung sehr wohl.
Einmalige Kosten — Bearbeitung, Schätzung, Bereitstellungszinsen — sind einzeln klein und in Summe nicht. Sie mindern die Auszahlung und heben damit den Effektivzins, und zwar umso stärker, je kürzer die Zinsbindung ist, über die sie sich verteilen.
Was dieser Rechner nicht leisten kann: Er kennt nur, was Sie eintragen. Verlangt eine Bank eine Restschuldversicherung oder eine Kontoführungsgebühr als Bedingung, gehört das in den Effektivzins — verbindlich ist deshalb allein der Wert, den die Bank im Europäischen Standardisierten Merkblatt ausweist. Dieser Rechner sagt Ihnen, ob Sie die richtige Frage stellen, bevor Sie unterschreiben.
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Was als Nächstes ansteht — und warum.