ImmoZahl

03 — Hebel

Eigenkapitalrendite

Die Mietrendite misst das Objekt. Die Eigenkapitalrendite misst Ihre Entscheidung: Was verzinst sich das Geld, das Sie tatsächlich eingesetzt haben? Solange die Immobilie mehr abwirft, als das Darlehen kostet, hebt die Finanzierung diese Zahl — und in die Gegenrichtung genauso.

Kauf und Finanzierung

€

Der im Kaufvertrag vereinbarte Preis, ohne Kaufnebenkosten — die kommen im nächsten Feld dazu.

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Grunderwerbsteuer, Notar, Grundbuch und gegebenenfalls Maklerprovision, als Anteil am Kaufpreis. Je nach Bundesland und Maklereinsatz zusammen 6 bis 15 Prozent. Banken finanzieren sie meist nicht mit.

€

Das Geld, das Sie selbst einbringen. Rechnen Sie damit, die Kaufnebenkosten daraus zu bezahlen — Banken finanzieren sie in der Regel nicht mit.

m²

Gemessen nach Wohnflächenverordnung: Balkone und Terrassen zählen meist zu einem Viertel, Räume unter einem Meter Höhe gar nicht. Die Angabe im Exposé weicht davon oft ab.

%

Der reine Zinssatz des Darlehens, nicht der Effektivzins. Er steht im Finanzierungsangebot der Bank.

%

Wie viel Prozent der Darlehenssumme Sie im ersten Jahr zurückzahlen. Üblich sind 2 bis 3 Prozent. Je höher, desto schneller sind Sie schuldenfrei — und desto höher die monatliche Rate.

Genauer rechnen Laufender Betrieb · Halten und verkaufen — bereits vorbelegt

Laufender Betrieb

€

Die Nettokaltmiete aus dem Mietvertrag — ohne Betriebskosten und ohne Heizung.

€

Was die Hausverwaltung für diese Einheit kostet. Bei Eigentumswohnungen meist 20 bis 35 Euro im Monat. Dieser Teil ist nicht auf die Mietpartei umlegbar.

€

Rücklage für Reparaturen am Gebäude. Als Faustzahl 10 bis 20 Euro je Quadratmeter und Jahr, bei älteren Häusern eher mehr. Nicht auf die Mietpartei umlegbar.

%

Ein Abschlag für Leerstand und ausbleibende Zahlungen. In der Wertermittlung sind 2 bis 4 Prozent der Jahresmiete üblich.

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Der Satz auf den nächsten verdienten Euro, nicht der Durchschnitt über Ihr ganzes Einkommen. Bei mittleren Einkommen liegt er meist zwischen 30 und 42 Prozent. Im Steuerbescheid steht er nicht; für eine Überschlagsrechnung genügt eine grobe Einordnung.

%

Wie viel Prozent des Gebäudewerts Sie im Jahr abschreiben. Für Wohngebäude gilt nach § 7 Abs. 4 EStG der Satz, der zum Fertigstellungsjahr passt — bei Fertigstellung ab 1925 sind es zwei Prozent, davor 2,5 Prozent, für neuere Gebäude gelten eigene Sätze.

%

Der Teil des Kaufpreises, der auf das Grundstück entfällt. Nur das Gebäude wird abgeschrieben, der Boden nicht — je kleiner dieser Anteil, desto höher Ihre Abschreibung. In Großstädten sind 20 bis 30 Prozent üblich, in Toplagen deutlich mehr. Das Finanzamt rechnet mit einer eigenen Arbeitshilfe nach.

Halten und verkaufen

Jahre

Über wie viele Jahre gerechnet wird. Je länger der Zeitraum, desto stärker wirken Zins und Wertentwicklung — und desto unsicherer wird das Ergebnis.

%

Eine Annahme, keine Prognose — niemand kennt sie. Rechnen Sie einmal mit 0 Prozent und einmal mit 2 Prozent durch: Der Unterschied zeigt, wie sehr das Ergebnis an dieser einen Zahl hängt.

%

Eine Annahme. Über lange Zeiträume lag die Mietentwicklung in Deutschland meist nahe der Inflation; im Einzelfall begrenzen Kappungsgrenze und Mietspiegel, was durchsetzbar ist.

%

Maklerprovision, Notar und Löschung der Grundschuld, als Anteil am Verkaufspreis. Üblich sind 2 bis 5 Prozent, je nachdem, ob Sie einen Makler einschalten.

Ein Verkauf innerhalb von zehn Jahren nach Anschaffung ist als privates Veräußerungsgeschäft steuerpflichtig (§ 23 EStG). Ab dem elften Jahr bleibt der Gewinn steuerfrei. Der Rechner berücksichtigt das.

Interne Verzinsung über die Haltedauer

—

Eigenkapital
—
EK-Rendite Jahr 1
—ohne Wertänderung
Vermögen am Ende
—
Gesamtgewinn
—

Vermögensaufbau über die Haltedauer

Der Abstand zwischen beiden Linien ist Ihr Anteil am Objekt. Er wächst von zwei Seiten: die Schuld sinkt, der Wert steigt.

Beim Verkauf

Jahr für Jahr

JahrMieteCashflowRestschuldObjektwert
Wie die interne Verzinsung entsteht

Die interne Verzinsung ist der Zinssatz, bei dem alle Zahlungen zusammen auf null aufgehen: das eingesetzte Eigenkapital am Anfang, die jährlichen Überschüsse oder Zuschüsse dazwischen und der Erlös aus dem Verkauf am Ende. Sie ist damit die einzige Kennzahl, die Cashflow, Tilgung und Wertentwicklung in einer Zahl zusammenfasst.

0 = −EK + CF₁/(1+r) + CF₂/(1+r)² + … + (CFₙ + Verkaufserlös)/(1+r)ⁿ

Vergleichbar ist sie mit der Rendite anderer Anlagen nach Steuern. Sie steht und fällt allerdings mit der angenommenen Wertentwicklung — verändern Sie diesen Wert einmal nach unten, um zu sehen, wie empfindlich das Ergebnis darauf reagiert.

Wie Ihre Miete am Ort dasteht

Optional: Wählen Sie die Gemeinde, dann steht die eingetragene Miete neben dem örtlichen Niveau aus dem Zensus. Eine zu hoch angesetzte Miete hebt jede Kennzahl dieser Seite gleichmäßig an — deshalb lohnt der Abgleich, bevor Sie mit dem Ergebnis weiterrechnen.

Der Hebel wirkt in beide Richtungen

Wenn die Immobilie mehr erwirtschaftet, als das Darlehen an Zinsen kostet, steigt die Eigenkapitalrendite mit jedem Euro Fremdkapital. Bei einer Objektrendite von 4 Prozent und einem Sollzins von 3,6 Prozent ist dieser Abstand allerdings dünn. Steigt der Zins bei der Anschlussfinanzierung über die Objektrendite, kippt der Hebel und arbeitet gegen Sie — bei wenig Eigenkapital umso heftiger.

Die Tilgung taucht im Cashflow als Belastung auf, ist aber Vermögensaufbau. In der internen Verzinsung ist sie deshalb enthalten: Sie kommt am Ende über die niedrigere Restschuld zurück. Genau deshalb wirken Objekte mit negativem Cashflow in dieser Rechnung oft besser, als der Kontostand vermuten lässt.

Die Spekulationsfrist nach § 23 EStG ist der größte einzelne Stellhebel für das Endergebnis. Wer innerhalb von zehn Jahren verkauft, versteuert den Gewinn mit dem persönlichen Steuersatz, wobei die in Anspruch genommene Abschreibung den Anschaffungswert mindert und den steuerpflichtigen Gewinn dadurch erhöht. Ab dem elften Jahr entfällt das vollständig. Der Unterschied beträgt bei einem typischen Objekt schnell mehrere Prozentpunkte interner Verzinsung.

Worauf Sie achten sollten

  • Der Hebel dreht sich um, wenn der Zins die Objektrendite übersteigt Solange die Immobilie mehr erwirtschaftet, als das Darlehen kostet, hebt jeder Euro Fremdkapital die Rendite. Darüber zieht er sie herunter — und bei wenig Eigenkapital umso heftiger. Der Abstand zwischen beiden Sätzen ist die Zahl, auf die es ankommt.
  • Eine hohe Eigenkapitalrendite bei negativem Cashflow ist kein Widerspruch Sie entsteht, weil die Tilgung als Vermögensaufbau zählt. Nur muss der monatliche Fehlbetrag aus anderem Einkommen kommen — die Rendite sagt nichts darüber, ob Sie ihn tragen können.
  • Rechnen Sie eine Alternative daneben Eine Eigenkapitalrendite ohne Vergleich ist eine Zahl ohne Maßstab. Was hätte dasselbe Eigenkapital anderswo gebracht, bei welchem Risiko? Erst diese Gegenüberstellung macht aus der Prozentzahl eine Entscheidung.

Diese Hinweise gelten allgemein und kennen Ihren Fall nicht. Sie ersetzen keine Rechts-, Steuer- oder Finanzberatung; ob und wie sie auf Ihren Vertrag, Ihr Objekt und Ihre steuerliche Lage zutreffen, klären Sie mit der jeweiligen Fachperson.

Häufige Fragen

Was ist die Eigenkapitalrendite einer Immobilie?

Sie setzt den jährlichen Überschuss nach Zinsen ins Verhältnis zum tatsächlich eingesetzten Eigenkapital — nicht zum Kaufpreis. Wer 60 000 € einsetzt und damit 3 000 € im Jahr erwirtschaftet, kommt auf 5 Prozent, unabhängig davon, ob das Objekt 200 000 oder 400 000 € gekostet hat. Sie ist damit die Zahl, die Immobilien mit anderen Anlagen vergleichbar macht.

Warum liegt die Eigenkapitalrendite über der Objektrendite?

Weil Fremdkapital hebelt. Solange die Immobilie mehr erwirtschaftet, als das Darlehen an Zinsen kostet, steigt die Eigenkapitalrendite mit jedem Euro Fremdkapital. Der Hebel wirkt aber in beide Richtungen: Steigt der Zins bei der Anschlussfinanzierung über die Objektrendite, arbeitet er gegen Sie — und bei wenig Eigenkapital umso heftiger. Bei 4 Prozent Objektrendite und 3,6 Prozent Sollzins ist dieser Abstand dünn.

Warum zählt die Tilgung nicht als Kosten?

Weil sie kein Geld vernichtet, sondern von der einen auf die andere Seite Ihrer Bilanz wandert. Im monatlichen Cashflow taucht sie als Belastung auf, im Vermögen als Zuwachs. In der internen Verzinsung ist sie deshalb enthalten — sie kommt am Ende über die niedrigere Restschuld zurück. Objekte mit negativem Cashflow schneiden in dieser Rechnung deshalb oft besser ab, als der Kontostand vermuten lässt.

Wie stark wirkt die Spekulationsfrist auf die Rendite?

Stark genug, um die Reihenfolge zweier Objekte zu drehen. Wer innerhalb von zehn Jahren verkauft, versteuert den Gewinn nach § 23 EStG mit dem persönlichen Steuersatz — und die in Anspruch genommene Abschreibung mindert dabei den Anschaffungswert, erhöht also den steuerpflichtigen Gewinn. Ab dem elften Jahr entfällt das vollständig. Der Unterschied macht bei einem typischen Objekt schnell mehrere Prozentpunkte interner Verzinsung aus.