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Glossar

72 Begriffe aus Mietrecht, Steuerrecht, Finanzierung und Bewertung. Jeder in zwei bis drei Sätzen, mit der Fundstelle und dem Rechner, in dem er vorkommt. Kein Lexikon, sondern das, was Sie beim Rechnen tatsächlich brauchen.

A

Abrechnungsfrist Mietrecht

Die Betriebskostenabrechnung muss der Mietpartei spätestens zwölf Monate nach Ende des Abrechnungszeitraums zugehen. Danach können Sie keine Nachforderung mehr geltend machen, es sei denn, Sie haben die Verspätung nicht zu vertreten. Ein Guthaben müssen Sie trotzdem auszahlen. § 556 Abs. 3 BGB

Nebenkostenabrechnung

Abschreibung Steuer

Die Verteilung der Gebäudeanschaffungskosten über die Nutzungsdauer. Sie mindert das steuerliche Ergebnis, kostet aber kein Geld — deshalb liegt der Cashflow nach Steuer bei vielen Objekten über dem davor. Nur der Gebäudeanteil wird abgeschrieben, Grund und Boden nutzt sich nicht ab. § 7 Abs. 4 EStG

Abschreibung berechnen

Anlage V Steuer

Die Anlage zur Einkommensteuererklärung für Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung. Sie stellt Einnahmen und Werbungskosten gegenüber; die Differenz geht in das zu versteuernde Einkommen ein. § 21 EStG

Anlage V vorbereiten

Annuität Finanzierung

Die gleichbleibende Jahres- oder Monatsrate aus Zins und Tilgung. Die Rate bleibt konstant, ihre Zusammensetzung verschiebt sich: Der Zinsanteil sinkt mit der Restschuld, der Tilgungsanteil steigt entsprechend.

Tilgungsplan

Anschaffungsnaher Herstellungsaufwand Steuer

Übersteigen Instandsetzungen innerhalb von drei Jahren nach dem Kauf 15 Prozent der Gebäudeanschaffungskosten ohne Umsatzsteuer, werden sie insgesamt zu Herstellungskosten. Sie sind dann nicht sofort abziehbar, sondern über die Nutzungsdauer abzuschreiben. Die Grenze wird bei Sanierungen nach dem Kauf regelmäßig übersehen. § 6 Abs. 1 Nr. 1a EStG

Abschreibung Anlage V

Anschlussfinanzierung Finanzierung

Das Darlehen, mit dem die Restschuld nach Ablauf der Zinsbindung abgelöst wird. Es ist der wahrscheinlichste Belastungsfall überhaupt — er tritt mit Sicherheit ein, offen ist nur der Zinssatz. Ein Forward-Darlehen sichert ihn bis zu fünf Jahre im Voraus, gegen einen Aufschlag.

Stresstest Tilgungsplan

B

Barwertfaktor Bewertung

Der Faktor, mit dem ein gleichbleibender jährlicher Ertrag auf seinen heutigen Wert zurückgerechnet wird. Er hängt am Liegenschaftszinssatz und an der Restnutzungsdauer und ist im Ertragswertverfahren die Größe, die den Gebäudewert bestimmt. § 34 ImmoWertV

Ertragswert

Beleihungsauslauf Finanzierung

Das Verhältnis von Darlehen zu Beleihungswert. Er entscheidet über den Zinssatz: Bis 60 Prozent gelten die günstigsten Konditionen, darüber steigt der Aufschlag in Stufen. Der Beleihungswert liegt regelmäßig zehn bis zwanzig Prozent unter dem Kaufpreis.

Eigenkapitalrendite

Betriebskosten Mietrecht

Die laufenden Kosten, die dem Eigentümer durch das Eigentum am Grundstück und den bestimmungsmäßigen Gebrauch des Gebäudes entstehen. Nur die siebzehn Arten des § 2 BetrKV sind umlagefähig, und nur wenn der Mietvertrag die Umlage vereinbart. Verwaltung und Instandhaltung gehören ausdrücklich nicht dazu. § 556 BGB, § 2 BetrKV

Nebenkostenabrechnung

Bewirtschaftungskosten Bewertung

Im Ertragswertverfahren die Summe aus Verwaltungskosten, Instandhaltungskosten, Mietausfallwagnis und den nicht umgelegten Betriebskosten. Umgelegte Betriebskosten bleiben außen vor — sie tauchen weder im Rohertrag noch hier auf. § 32 ImmoWertV

Ertragswert

Bodenrichtwert Bewertung

Der durchschnittliche Lagewert des Bodens je Quadratmeter für eine Zone vergleichbarer Grundstücke. Die Gutachterausschüsse leiten ihn aus tatsächlichen Kaufpreisen ab; abrufbar ist er kostenlos über die Bodenrichtwertportale der Länder. § 196 BauGB

Ertragswert

Break-even Rendite

Der Punkt, an dem eine Rechnung kippt: das Jahr, ab dem der Cashflow positiv wird, oder der Mietpreis, ab dem sich ein Objekt trägt. Im Vergleich Kaufen gegen Mieten das Jahr, ab dem die Kaufseite vorn liegt.

Stresstest Kaufen oder mieten

Bruttomiete Mietrecht

Nettokaltmiete zuzüglich Betriebskostenvorauszahlung. Sie ist die Bezugsgröße für die Mietminderung — nicht die Nettokaltmiete allein. Umgangssprachlich auch Warmmiete, wenn Heizung und Warmwasser enthalten sind.

Mietminderung

Bruttomietrendite Rendite

Jahreskaltmiete geteilt durch den Kaufpreis. Sie lässt Kaufnebenkosten und laufende Kosten außen vor und fällt deshalb deutlich höher aus als die Nettomietrendite. Inserate nennen fast immer diesen Wert.

Mietrendite

C

Cashflow Rendite

Was am Monatsende übrig bleibt: Miete minus Darlehensrate, laufende Kosten und Steuer. Anders als die Rendite ist er eine Kassenzahl — die Tilgung belastet ihn, obwohl sie Vermögen aufbaut.

Cashflow

CO₂-Kostenaufteilung Energie

Seit 2023 tragen Vermietende einen Teil der Kohlendioxidkosten der Heizung. Wie viel, richtet sich nach dem spezifischen Ausstoß je Quadratmeter: zehn Stufen von null bis fünfundneunzig Prozent. Der Anteil ist nicht umlagefähig. CO2KostAufG

CO₂-Kosten aufteilen

D

Degressive Abschreibung Steuer

Fünf Prozent vom jeweiligen Restwert statt eines festen Betrags. Sie steht nur für Neubauten offen, deren Baubeginn zwischen dem 1. Oktober 2023 und dem 30. September 2029 liegt, und lässt sich später auf die lineare Abschreibung umstellen. § 7 Abs. 5a EStG

Abschreibung

Denkmal-Abschreibung Steuer

Für Sanierungskosten an einem Baudenkmal acht Jahre lang je neun Prozent, danach vier Jahre lang je sieben Prozent — zusätzlich zur regulären Abschreibung des Gebäudes. Voraussetzung ist die Bescheinigung der Denkmalbehörde. § 7i EStG

Abschreibung

E

Eigenbedarf Mietrecht

Der häufigste Kündigungsgrund: Die Wohnung wird für den Vermieter selbst, Familienangehörige oder Angehörige des Haushalts benötigt. Person und Grund müssen im Kündigungsschreiben konkret benannt werden; ein Nachschieben im Prozess ist nicht möglich. § 573 Abs. 2 Nr. 2 BGB

Kündigungsfrist

Eigenkapitalrendite Rendite

Der Ertrag bezogen auf das tatsächlich eingesetzte eigene Geld, nicht auf den Kaufpreis. Sie liegt über der Objektrendite, solange der Sollzins unter ihr liegt — und darunter, sobald er sie übersteigt.

Eigenkapitalrendite

Erbschaftsteuer-Freibetrag Steuer

Der persönliche Freibetrag richtet sich nach dem Verwandtschaftsverhältnis: 500.000 Euro für Ehegatten, 400.000 für Kinder, 200.000 für Enkel, 20.000 für alle übrigen. Er steht alle zehn Jahre erneut zur Verfügung. § 16 ErbStG

Erbschaftsteuer

Erhaltungsaufwand Steuer

Aufwendungen, die etwas Vorhandenes wiederherstellen oder erhalten. Sie sind im Jahr der Zahlung sofort abziehbar und lassen sich auf Antrag auf zwei bis fünf Jahre verteilen. Abzugrenzen vom Herstellungsaufwand, der abgeschrieben werden muss. § 82b EStDV

Anlage V Instandhaltungsrücklage

Erhaltungsrücklage Wohnungseigentum

Die gemeinsame Rücklage der Wohnungseigentümergemeinschaft für künftige Instandhaltung. Sie gehört der Gemeinschaft, nicht den einzelnen Eigentümern — beim Verkauf geht Ihr Anteil daran auf die Käuferseite über, ohne dass er gesondert vergütet werden müsste. § 19 Abs. 2 Nr. 4 WEG

Instandhaltungsrücklage

Ertragswert Bewertung

Der Wert einer Immobilie, abgeleitet aus dem, was sie dauerhaft einbringt. Das maßgebliche Verfahren für vermietete Objekte: Rohertrag minus Bewirtschaftungskosten minus Bodenwertverzinsung, kapitalisiert über den Barwertfaktor, zuzüglich Bodenwert. §§ 27 bis 34 ImmoWertV

Ertragswert

G

Gemeinschaftseigentum Wohnungseigentum

Alles, was nicht Sondereigentum ist: Grundstück, tragende Wände, Dach, Fassade, Treppenhaus, Leitungen bis zum Abzweig in die Wohnung, Fenster. Instandhaltung ist Sache der Gemeinschaft und wird über Hausgeld und Rücklage finanziert. § 1 Abs. 5 WEG

Gewerblicher Grundstückshandel Steuer

Wer innerhalb von fünf Jahren mehr als drei Objekte veräußert, gilt nach der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs regelmäßig als gewerblicher Händler. Dann greifen Gewerbesteuer und Einkommensteuer unabhängig von jeder Zehnjahresfrist.

Spekulationssteuer

Grenzsteuersatz Steuer

Der Steuersatz auf den zuletzt verdienten Euro. Er bestimmt, wie stark sich ein Verlust aus Vermietung auswirkt — nicht der Durchschnittssteuersatz. In der Spitze liegt er bei 42 Prozent, ab der Reichensteuergrenze bei 45 Prozent, jeweils zuzüglich Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer. § 32a EStG

Anlage V Cashflow

Grundanteil Steuer

Der Anteil des Kaufpreises, der auf Grund und Boden entfällt. Er wird nicht abgeschrieben, mindert also die Abschreibungsbasis. Die Aufteilung im Kaufvertrag ist der häufigste Streitpunkt mit dem Finanzamt; maßgeblich sind Bodenrichtwert und Sachwert des Gebäudes, keine frei gewählte Quote.

Abschreibung

Grunderwerbsteuer Steuer

Fällt beim Erwerb eines Grundstücks an. Der Satz liegt je nach Bundesland zwischen 3,5 und 6,5 Prozent; er hängt an der Lage des Grundstücks, nicht am Wohnsitz. Mitgekauftes bewegliches Zubehör mindert die Bemessungsgrundlage, wenn es im Vertrag gesondert ausgewiesen ist. § 11 GrEStG

Kaufnebenkosten

Grundsteuer Steuer

Die jährliche Steuer auf den Grundbesitz. Sie ergibt sich aus Grundsteuerwert mal Steuermesszahl mal Hebesatz der Gemeinde. Anders als die meisten Kosten ist sie umlagefähig. GrStG, § 2 Nr. 1 BetrKV

Grundsteuer

H

Hausgeld Wohnungseigentum

Der monatliche Beitrag eines Eigentümers zu den Kosten der Gemeinschaft. Er enthält umlagefähige Betriebskosten, nicht umlagefähige Verwaltungskosten und den Beitrag zur Erhaltungsrücklage. Nur der erste Teil lässt sich an die Mietpartei weitergeben. § 16 Abs. 2 WEG

Nebenkostenabrechnung

Hebesatz Steuer

Der Prozentsatz, mit dem die Gemeinde den Steuermessbetrag multipliziert. Sie setzt ihn jährlich selbst fest — er ist die einzige Größe der Grundsteuer, die sich von Jahr zu Jahr ändern kann. § 25 GrStG

Grundsteuer

Heizkostenverordnung Energie

Schreibt vor, dass Heiz- und Warmwasserkosten überwiegend nach gemessenem Verbrauch abzurechnen sind: mindestens 50, höchstens 70 Prozent. Wird dagegen verstoßen, darf die Mietpartei ihren Anteil um 15 Prozent kürzen. §§ 7, 12 HeizkostenV

Heizkosten abrechnen

Herstellungsaufwand Steuer

Aufwendungen, die etwas Neues schaffen, die Substanz vermehren oder den Standard deutlich heben — etwa ein Dachgeschossausbau oder der erstmalige Einbau eines Bades. Er ist nicht sofort abziehbar, sondern über die Nutzungsdauer abzuschreiben. § 255 Abs. 2 HGB

Abschreibung

I

Indexmiete Mietrecht

Die Miete steigt mit dem Verbraucherpreisindex des Statistischen Bundesamts. Zwischen zwei Anpassungen müssen zwölf Monate liegen; die Erhöhung ist in Textform geltend zu machen. Eine Erhöhung auf die ortsübliche Vergleichsmiete ist daneben ausgeschlossen. § 557b BGB

Staffel- und Indexmiete

Instandhaltungsrücklage Vorsorge

Der Betrag, den Sie jährlich für künftige Reparaturen zurücklegen sollten. Anerkannte Ansätze sind die Beträge des § 28 II. BV, gestaffelt nach Gebäudealter, und die Peterssche Formel über die Herstellungskosten. Die häufigste Lücke in Renditerechnungen. § 28 Abs. 2 II. BV

Instandhaltungsrücklage

Interner Zinsfuß Rendite

Der Zinssatz, bei dem alle Zahlungen eines Vorhabens zusammen auf null aufgehen. Er macht Investitionen mit unterschiedlichem zeitlichem Verlauf vergleichbar — anders als eine einfache Renditeangabe berücksichtigt er, wann welches Geld fließt.

Eigenkapitalrendite

K

Kappungsgrenze Mietrecht

Begrenzt die Mieterhöhung auf die ortsübliche Vergleichsmiete: höchstens 20 Prozent in drei Jahren, in Gebieten mit angespanntem Wohnungsmarkt nur 15 Prozent. Sie gilt zusätzlich zur Vergleichsmiete — die niedrigere der beiden Grenzen entscheidet. § 558 Abs. 3 BGB

Mieterhöhung

Kaufnebenkosten Kauf

Grunderwerbsteuer, Notar, Grundbuch und gegebenenfalls Maklerprovision. Zusammen zwischen sechs und zwölf Prozent des Kaufpreises. Banken finanzieren sie in der Regel nicht mit, weil sie keinen Wert schaffen — Sie müssen sie aus Eigenkapital tragen.

Kaufnebenkosten

Kaufpreisfaktor Rendite

Wie viele Jahreskaltmieten der Kaufpreis entspricht, auch Vervielfältiger genannt. Der Kehrwert der Bruttorendite und die Kennzahl, mit der Makler und Banken rechnen. In Großstädten seit Jahren zwischen 25 und 35.

Mietrendite

Kaution Mietrecht

Die Sicherheitsleistung der Mietpartei, höchstens drei Nettokaltmieten. Sie ist in drei Raten zahlbar, getrennt vom eigenen Vermögen anzulegen und zu verzinsen; die Erträge stehen der Mietpartei zu. § 551 BGB

Mietkaution

L

Leerstandsquote Markt

Der Anteil leerstehender Wohnungen am Bestand einer Gemeinde. Unter drei Prozent gilt ein Markt als angespannt, über acht Prozent als überversorgt. Sie ist der beste einzelne Anhaltspunkt für das Vermietungsrisiko eines Standorts.

Standortanalyse

Leverage-Effekt Rendite

Der Hebel des Fremdkapitals: Solange die Objektrendite über dem Sollzins liegt, hebt jeder zusätzliche Euro Darlehen die Eigenkapitalrendite. Liegt sie darunter, wirkt derselbe Hebel in die andere Richtung — und zwar genauso stark.

Eigenkapitalrendite

Liegenschaftszinssatz Bewertung

Der Zinssatz, mit dem der Ertrag einer Immobilie kapitalisiert wird. Die Gutachterausschüsse leiten ihn aus tatsächlichen Kaufpreisen ab. Er ist die empfindlichste Größe im Ertragswertverfahren: Ein Prozentpunkt verschiebt den Wert um Zehntausende. § 33 ImmoWertV

Ertragswert

M

Mietausfallwagnis Rendite

Der kalkulatorische Abschlag für Leerstand und uneinbringliche Forderungen. Üblich sind zwei Prozent der Jahresmiete, in Märkten mit hohem Leerstand deutlich mehr. Er gehört in jede ehrliche Renditerechnung. § 29 II. BV

Mietrendite Stresstest

Mietminderung Mietrecht

Bei einem Mangel ist die Miete kraft Gesetzes gemindert, ohne Erklärung und ohne Zustimmung. Bezugsgröße ist die Bruttomiete. Das Gesetz nennt keine Quoten — kursierende Minderungstabellen geben nur Einzelfallentscheidungen wieder und binden niemanden. § 536 BGB

Mietminderung

Mietpreisbremse Mietrecht

In Gebieten mit angespanntem Wohnungsmarkt darf die Miete bei Neuvermietung höchstens zehn Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete liegen. Vier Ausnahmen durchbrechen die Grenze, setzen aber eine unaufgeforderte Auskunft vor Vertragsschluss voraus. §§ 556d bis 556g BGB

Mietpreisbremse

Mietspiegel Mietrecht

Eine Übersicht der ortsüblichen Vergleichsmieten, aufgestellt von der Gemeinde oder gemeinsam von Interessenvertretern. Der qualifizierte Mietspiegel wird nach anerkannten wissenschaftlichen Grundsätzen erstellt; ihm kommt vor Gericht eine Vermutungswirkung zu. §§ 558c, 558d BGB

Mietpreis und Richtwert

Möblierungszuschlag Mietrecht

Der Aufschlag für mitvermietete Möbel. Gesetzlich nicht geregelt; die Gerichte rechnen mit dem Zeitwert der Einrichtung, verteilt über ihre Nutzungsdauer, zuzüglich einer Verzinsung. Er zählt zur Miete und wird an der Mietpreisbremse gemessen.

Möblierungszuschlag

Modernisierungsumlage Mietrecht

Nach einer Modernisierung dürfen jährlich acht Prozent der aufgewendeten Kosten auf die Miete umgelegt werden, begrenzt auf drei Euro je Quadratmeter in sechs Jahren — bei Mieten unter sieben Euro je Quadratmeter auf zwei Euro. Erhaltungsaufwand ist herauszurechnen. § 559 BGB

Mieterhöhung

N

Nettokaltmiete Mietrecht

Die Miete für die reine Gebrauchsüberlassung, ohne Betriebskosten und ohne Heizung. Sie ist die Bezugsgröße für Mietspiegel, Kappungsgrenze, Mietpreisbremse und Kaution.

Mietpreis

Nettomietrendite Rendite

Der Reinertrag geteilt durch die Gesamtinvestition. Anders als die Bruttorendite berücksichtigt sie Kaufnebenkosten sowie Verwaltung, Instandhaltung und Mietausfallwagnis. Zwischen beiden liegen bei einer normalen Eigentumswohnung schnell anderthalb Prozentpunkte.

Mietrendite

O

Ortsübliche Vergleichsmiete Mietrecht

Die üblichen Entgelte für vergleichbaren Wohnraum in der Gemeinde, gebildet aus den Mieten der letzten sechs Jahre. Sie ist die Obergrenze jeder Mieterhöhung nach § 558 BGB und die Grundlage der Mietpreisbremse. Nachweisbar nur über Mietspiegel, Mietdatenbank, Gutachten oder drei Vergleichswohnungen. § 558 Abs. 2 BGB

Mieterhöhung

P

Perzentil Markt

Gibt an, welcher Anteil einer Verteilung unter einem Wert liegt. Ein Mietniveau im 70. Perzentil bedeutet: 70 Prozent der Vergleichsgemeinden sind günstiger. Perzentile sind robuster als Durchschnitte, weil einzelne Ausreißer sie nicht verschieben.

Standortanalyse

R

Reinertrag Bewertung

Der Jahresrohertrag abzüglich der Bewirtschaftungskosten. Er ist die Größe, aus der im Ertragswertverfahren nach Abzug der Bodenwertverzinsung der Gebäudeertragswert entsteht. § 31 ImmoWertV

Ertragswert

Restnutzungsdauer Bewertung

Die Zahl der Jahre, in denen ein Gebäude bei ordnungsgemäßer Bewirtschaftung noch wirtschaftlich genutzt werden kann. Bei Wohnhäusern geht die ImmoWertV von 80 Jahren Gesamtnutzungsdauer aus; durchgreifende Modernisierungen verlängern die Restnutzungsdauer. Anlage 1 zu § 12 Abs. 5 ImmoWertV

Ertragswert Abschreibung

S

Sonderabschreibung Steuer

Für neu geschaffene Mietwohnungen vier Jahre lang je fünf Prozent zusätzlich zur linearen Abschreibung. Sie setzt Baukostenobergrenzen, einen Effizienzstandard und zehn Jahre Vermietung voraus; danach wird der Restwert auf die verbleibende Nutzungsdauer verteilt. § 7b EStG, § 7a Abs. 9 EStG

Abschreibung

Sondereigentum Wohnungseigentum

Die Wohnung selbst, also die nicht tragenden Innenwände, der Bodenbelag, der Innenanstrich und die sanitären Einrichtungen. Was dazugehört, steht in der Teilungserklärung — und danach richtet sich, wer eine Reparatur bezahlt. § 5 WEG

Sondertilgung Finanzierung

Eine Zahlung über die vereinbarte Rate hinaus. Die meisten Verträge erlauben jährlich fünf Prozent der Darlehenssumme kostenfrei. Sie verkürzt die Laufzeit überproportional, weil jeder getilgte Euro Zins spart, der wieder tilgt.

Tilgungsplan

Sonderumlage Wohnungseigentum

Ein einmaliger zusätzlicher Beitrag, den die Eigentümergemeinschaft beschließt, wenn die Rücklage für eine Maßnahme nicht reicht. Sie trifft den Eigentümer, der zum Zeitpunkt der Fälligkeit im Grundbuch steht — nicht denjenigen, der zur Zeit des Beschlusses Eigentümer war. § 28 WEG

Instandhaltungsrücklage

Spekulationsfrist Steuer

Zehn Jahre zwischen Anschaffung und Veräußerung. Wer innerhalb dieser Frist verkauft, versteuert den Gewinn mit dem persönlichen Steuersatz; danach bleibt er steuerfrei. Maßgeblich sind beide Male die notariellen Beurkundungen, nicht Übergabe oder Grundbucheintrag. § 23 EStG

Spekulationssteuer

Sperrfrist Mietrecht

Zwei verschiedene Fristen tragen diesen Namen: Bei der Mieterhöhung muss die Miete fünfzehn Monate unverändert sein, bevor eine Erhöhung wirksam wird. Nach Umwandlung in Wohnungseigentum und Verkauf ist eine Eigenbedarfskündigung drei bis zehn Jahre lang gesperrt. § 558 Abs. 1 BGB, § 577a BGB

Mieterhöhung Kündigungsfrist

Staffelmiete Mietrecht

Im Vertrag von vornherein festgelegte Mieterhöhungen zu bestimmten Zeitpunkten. Jede Staffel muss mindestens zwölf Monate unverändert bleiben und den Betrag oder die neue Miete beziffern. Eine Erhöhung auf die Vergleichsmiete ist daneben ausgeschlossen. § 557a BGB

Staffel- und Indexmiete

Steuermessbetrag Steuer

Grundsteuerwert mal Steuermesszahl. Das Finanzamt stellt ihn im Grundsteuermessbescheid fest; die Gemeinde multipliziert ihn mit ihrem Hebesatz. Einwendungen gegen die Bewertung müssen gegen den Bescheid des Finanzamts gerichtet werden. §§ 13, 15 GrStG

Grundsteuer

T

Teilungserklärung Wohnungseigentum

Die Urkunde, mit der ein Grundstück in Wohnungseigentum aufgeteilt wird. Sie legt Miteigentumsanteile, die Abgrenzung von Sonder- und Gemeinschaftseigentum sowie Sondernutzungsrechte fest — und damit auch, wer welche Reparatur zahlt. Vor jedem Kauf zu lesen. § 8 WEG

Tilgung Finanzierung

Der Teil der Rate, der die Schuld verringert. Steuerlich ist sie kein Aufwand, weil sie kein Geld vernichtet, sondern Vermögen aufbaut. Zwei bis drei Prozent Anfangstilgung gelten als Untergrenze, wenn das Darlehen bis zum Ruhestand getilgt sein soll.

Tilgungsplan

U

Umlageschlüssel Mietrecht

Der Maßstab, nach dem Betriebskosten auf die Parteien verteilt werden: Wohnfläche, Personenzahl, Einheiten oder erfasster Verbrauch. Fehlt eine Vereinbarung, gilt die Wohnfläche. Für Heizung und Warmwasser schreibt die Heizkostenverordnung den Verbrauch teilweise zwingend vor. § 556a BGB

Nebenkostenabrechnung

V

Verkehrswert Bewertung

Der Preis, der im gewöhnlichen Geschäftsverkehr zu erzielen wäre — ohne ungewöhnliche oder persönliche Verhältnisse. Er entsteht aus einem der drei Verfahren der ImmoWertV, korrigiert um besondere objektspezifische Merkmale wie Bauschäden oder Baulasten. § 194 BauGB

Ertragswert

Vorfälligkeitsentschädigung Finanzierung

Der Ausgleich für den Zins, der der Bank durch die vorzeitige Ablösung entgeht. Berechnet wird er verbreitet nach der Aktiv-Passiv-Methode. Nach zehn Jahren ab vollständigem Empfang des Darlehens entfällt er ganz. §§ 490 Abs. 2, 502 BGB

Vorfälligkeitsentschädigung

W

Werbungskosten Steuer

Alle Aufwendungen, die durch die Vermietung veranlasst sind: Schuldzinsen, Abschreibung, Erhaltungsaufwand, Verwaltung, Grundsteuer, Versicherungen, Fahrten zum Objekt. Nicht dazu gehört die Tilgung. § 9 EStG

Anlage V

Wohnfläche Mietrecht

Die anrechenbare Fläche nach der Wohnflächenverordnung: Räume unter Dachschrägen zwischen einem und zwei Metern Höhe zur Hälfte, Balkone in der Regel zu einem Viertel, Keller und Garagen gar nicht. Weicht die vereinbarte Fläche um mehr als zehn Prozent nach oben ab, liegt ein Mangel vor. WoFlV

Wohnfläche nach WoFlV

Z

Zinsbindung Finanzierung

Der Zeitraum, für den der Sollzins fest vereinbart ist. Je länger sie ist, desto höher der Zins — und desto kleiner das Risiko der Anschlussfinanzierung. Nach zehn Jahren besteht in jedem Fall ein Kündigungsrecht mit sechs Monaten Frist. § 489 Abs. 1 Nr. 2 BGB

Tilgungsplan Stresstest

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