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Ratgeber · Vermieten

Was ist eine gute Mietrendite?

Lesezeit etwa 2 Minuten · mit Rechenweg

Kurz gesagt

Für vermietete Bestandswohnungen gilt eine Nettomietrendite zwischen 3,5 und 5,5 Prozent als solide; in gefragten Großstadtlagen liegt sie oft unter 3 Prozent, in strukturschwachen Regionen über 6. Ein hoher Wert ist kein Gütesiegel: Er spiegelt meist höheres Leerstands- oder Instandhaltungsrisiko. Entscheidend ist die Nettorendite nach Kaufnebenkosten und nicht umlagefähigen Kosten, nicht die Bruttorendite aus dem Exposé.

Die Formel

Bruttomietrendite = Jahreskaltmiete ÷ Kaufpreis × 100

Nettomietrendite = (Jahreskaltmiete − nicht umlagefähige Kosten) ÷ (Kaufpreis + Kaufnebenkosten) × 100

Nicht umlagefähig sind vor allem Verwaltung, Instandhaltung und das Risiko, dass die Wohnung zeitweise leer steht. Zusammen machen sie bei einer Eigentumswohnung regelmäßig ein Fünftel bis ein Viertel der Jahreskaltmiete aus.

Gleich selbst rechnenMietrendite berechnen

Ein Rechenbeispiel

Eine Wohnung kostet 250 000 Euro und bringt 800 Euro Kaltmiete im Monat.

SchrittWert
Jahreskaltmiete9 600 €
Bruttomietrendite: 9 600 ÷ 250 0003,84 %
Nicht umlagefähige Kosten (20 %)− 1 920 €
Kaufnebenkosten (10 %)+ 25 000 €
Nettomietrendite: 7 680 ÷ 275 0002,79 %

Aus 3,84 Prozent im Exposé werden 2,79 Prozent, mit denen sich rechnen lässt. Der Mietrendite-Rechner macht diese Rechnung mit Ihren Zahlen.

Warum hoch nicht gut heißt

Die Rendite ist der Preis, den der Markt für das Risiko verlangt. Eine Wohnung mit 7 Prozent in einer Stadt mit schrumpfender Bevölkerung ist nicht billiger als eine mit 3 Prozent in einer wachsenden — sie ist anders riskant. Wie viele Wohnungen am Ort leer stehen, zeigt jede Stadtseite; wie sich die Bevölkerung entwickelt, die Standortanalyse.

Was nach der Rendite kommt

Die Mietrendite misst das Objekt, nicht die Finanzierung. Ob am Monatsende Geld übrig bleibt, zeigt der Cashflow; was Ihr eingesetztes Geld verdient, die Eigenkapitalrendite.

Häufige Fragen

Ist eine Mietrendite von 4 Prozent gut?

Als Bruttorendite ist sie in vielen Städten üblich; netto bleiben davon meist 3 Prozent oder weniger. Ob das reicht, hängt davon ab, was das Geld anderswo bringen würde und wie sicher die Miete ist.

Wird die Mietrendite vor oder nach Steuern berechnet?

Üblicherweise vor Steuern. Die Steuer hängt vom persönlichen Steuersatz und von der Abschreibung ab; sie gehört in den Cashflow, nicht in die Rendite des Objekts.